ADVENT

15. Dezember: „Hokuspokus Fidibus, drei Mal schwarzer Kater!“

HOKUSPOKUS, auch: hocus pocus fidibus (pseudolateinische Neuschöpfung des 17. Jahrhunderts) ist ein Zauberspruch, dessen Bedeutung nicht einwandfrei geklärt ist.

Eine weitverbreitete – und auch in etymologischen Lexika zu findende – Theorie sieht einen Zusammenhang mit der heiligen Messe in der katholischen Kirche. Der Priester spricht dabei während der Wandlung die Konsekrationsworte: hoc est enim corpus meum, „das ist mein Leib“. Gemeint ist der Leib Christi. Die Menschen, die kein Latein verstanden, hörten nur so etwas wie Hokuspokus.

Andere vermuten in diesem Zusammenhang eine absichtliche Verballhornung der Liturgie durch Teile der reformatorischen Kirchen, die bestrebt waren, das Latein in den Gottesdiensten durch die jeweilige Landessprache zu ersetzen. In einer Parodie des Erzbischofs von Canterbury, John Tillotson, aus dem Jahr 1694 heißt es: „In all probability those common juggling words of hocus pocus are nothing else but a corruption of hoc est corpus, by way of ridiculous imitation of the priests of the Church of Rome in their trick of transsubstantiation.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Hokuspokus

Ein FIDIBUS ist ein harzreicher Holzspan oder ein gefalteter Papierstreifen und dient als Hilfe zum Anzünden von Feuer. Zum Anzünden von Gaslampen wurde ein Stock oder Metallrohr verwendet, an dessen Ende ein brennender Docht befestigt war.

Die Etymologie des im späten 17. Jahrhundert aufgekommenen Begriffes ist unbekannt. Moriz Haupt vermutete eine scherzhafte Umdeutung eines Spruches von Horaz als Ursprung: In Od. 1,36,1–3 heißt es „Et ture et fidibus iuvat placare … deos“, „Es erfreut, mit Weihrauch und Saitenspiel die Götter zu besänftigen.“ Er vermutet, dass als Studentenulk ture zu Tabaksqualm und fidibus zum Pfeifenanzünder wurde. Das Deutsche Wörterbuch vermutet eine Abwandlung von französisch fil de bois, „Faden aus Holz“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fidibus

14. Dezember: „Mores lehren“

„Mores lehren“ steht für die Bemerkung Anstand, Benehmen beibringen oder jemanden energisch zurechtweisen und ist eine heute eher selten gewordene Redewendung, die aber in der Literatur oft zu finden ist. Die Ankündigung, jemanden „Mores zu lehren“, beinhaltete manchmal eine unterschwellige oder direkte Drohung mit Gewaltanwendung, wie Züchtigung gegenüber Kindern.

Ihre Herkunft hat sie aus dem Lateinischen, das Wort mos (plur.: mores) bedeutet „Sitte, Anstand“ bzw. „Moral“. Entstanden ist der Ausdruck etwa in der Zeit des Humanismus (ca. 15. Jhd.) als Teil der damaligen Studenten- und Gelehrtensprache.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mores_lehren

13. Dezember: „Hand auf etwas legen“

Das Handauflegen war im germanischen Recht das Symbol der Besitzergreifung, gleichzeitig aber auch das des damit verknüpften Schutzes (in festen Händen sein). Im alten Recht wurden generell Verwandtschaftsgrade nach Körperteilen benannt. Die engste Verwandtschaft wurde mit Schoß und Busen in Verbindung gebracht. Daher sprechen wir noch heute von jemandes Schoßkind (und spöttisch vom Schoßhündchen) und vom Busenfreund. Diejenigen Personen, die mit Hand, Bein, Arm usw. identifiziert wurden, gehörten zur entfernteren Verwandtschaft. Die ganze Sippe verstand sich so als eine „Körperschaft“, die im Fall der Bedrohung „aufstand wie ein Mann“, um sich zu verteidigen. Wurde jemand in die Sippe aufgenommen, so wurde er bildhaft an diejenige Körperpartie des Sippenführers gelehnt, die seine zukünftige Stellung symbolisierte Das Handauflegen war im germanischen Recht das Symbol der Besitzergreifung, gleichzeitig aber auch das des damit verknüpften Schutzes (in festen Händen sein). Im alten Recht wurden generell Verwandtschaftsgrade nach Körperteilen benannt. Die engste Verwandtschaft wurde mit Schoß und Busen in Verbindung gebracht. Daher sprechen wir noch heute von jemandes Schoßkind (und spöttisch vom Schoßhündchen) und vom Busenfreund. Diejenigen Personen, die mit Hand, Bein, Arm usw. identifiziert wurden, gehörten zur entfernteren Verwandtschaft. Die ganze Sippe verstand sich so als eine „Körperschaft“, die im Fall der Bedrohung „aufstand wie ein Mann“, um sich zu verteidigen. Wurde jemand in die Sippe aufgenommen, so wurde er bildhaft an diejenige Körperpartie des Sippenführers gelehnt, die seine zukünftige Stellung symbolisierte.

https://www.redensarten-index.de

12. Dezember: „im Dunkeln ist gut munkeln“

Sprichwort; Das ursprünglich niederdeutsche (norddeutsche) Wort „munkelen“ (leise, heimlich reden) gelangt im 16. Jahrhundert auch in den Süden Deutschlands und wird dort zu „munkeln“. Der hier behandelte Spruch findet sich bereits in der Geschichte „Wunderliche und warhafftige Gesichte Philanders von Sittewald“ von Hans Michael Moscherosch aus dem Jahr 1642. Bereits sehr alt ist auch das Sprichwort „Im Dunkeln ist gut munkeln, aber nicht gut Flöhe fangen.“

11. Dezember – in Ergänzung zu gestern: „Krimskrams“ und „Ramsch“

Krimskrams

Mit Krimskrams (seltener auch Krimmskramms) werden unzählbare wertlose Kleinigkeiten, Kram, Kramuri (österr.) auch Gerümpel oder Ramsch bezeichnet. Es kann auch alberne Meinungen und verworrene Reden bezeichnen. Krimskrams ist auch ein Ersatzwort für etwas, dessen genaue Bezeichnung jemandem nicht einfällt.

Der Krimskrams ist ein unzählbares Wort und eine jüngere, norddeutsche Nebenform zu Kribbeskrabbes oder kurz Kribskrabs, welches eine ablautende Klangformel ist, um ein Durcheinander zu bezeichnen, und schon im 16. Jahrhundert vorkommt. Es wurde vielleicht beeinflusst von krimmeln (nur in der Form „krimmeln und wimmeln“ verwendet) und Kram. In Bremen existiert die Form Krimskrâm und in Pommern Krimkram.

Der Ausdruck kommt auch im Dänischen vor und bezeichnet dort Gerümpel, Plunder und auch Kritzelei (wie eine der Bedeutungen von Kribbeskrabbes im Deutschen). Als Kritzelei kommt Krimskrams auch im Schwedischen vor. Auch das Norwegische kennt dieses Wort.

Entsprechende Begriffe existieren auch in anderen Sprachen, etwa im Englischen (odds and ends).

https://de.wikipedia.org/wiki/Krimskrams

Ramsch

Ware, die aufgrund ihrer geringen Qualität nicht verkauft, nicht abgesetzt werden konnte oder im übertragenen Sinne: wertloses Zeug

Seit dem 18. Jahrhundert bezeugt; von Norddeutschland aus fand das Wort Eingang in die deutsche Hochsprache, dessen Herkunft jedoch umstritten ist; es gibt drei verschiedene Erklärungsversuche: es könnte sein, dass es der mittelniederdeutschen Wendung im rampe kōpen „in Bausch und Bogen kaufen“ entstammt; das Mittelniederdeutsche ramp bedeutete so viel wie „zusammengewürfelte Menge verschiedener Gegenstände“; bei diesem Erklärungsversuch bleibt jedoch die Frage, woher das -s in »Ramsch« stamme, ungeklärt; denkbar ist auch eine Entlehnung der französischen Wörter ramas → fr sowie ramassis → fr, beide in der Bedeutung „Durcheinander“; diese wiederum sind Deverbative zu französisch ramasser → fr „zusammenraffen, auflesen“; der dritte Erklärungsversuch wird höchstens als zusätzlicher Einfluss zu den ersten beiden Annahmen angesehen: demnach ist es über das rotwelsche Verb ramschen „betrügen“ aus dem Hebräischen רְמִיָה‎ (CHA: remijah) ‚Täuschung, Trug‘ entlehnt

https://de.wiktionary.org/wiki/Ramsch

10. Dezember: „Kram“

Der Kram (auch Krempel) ist in der deutschen Umgangssprache ein Allgemeinbegriff für unwichtige oder minderwertige Kleinteile und Angelegenheiten, darüber hinaus für ein Durcheinander vieler schwer unterscheidbarer Dinge. In Österreich verwendet man auch die Bezeichnung Kramuri. Davon abgeleitet wird ein Kleinhändler als Krämer bezeichnet. Im viehwirtschaftlichen Bereich steht die Bezeichnung Kram auch für die Innereien eines Schlachttiers.
Das Wort Kram leitet sich von ahd. chrâm ab, dessen Herkunft ungeklärt ist; die grundlegende Verwandtschaft mit altslaw. gramŭ zu griech. καπηλειω „(eine Ware) anbieten“ kann nur vermutet werden. Doch ist anzunehmen, dass bereits früh die Bedeutung „Zeltdach“ das verbindende Element war: die erste gesicherte Quelle nennt mhd. krâm als die Zeltdecke oder ein ausgespanntes Tuch. Dies stand dann pars pro toto für das gesamte Verkaufszelt eines Händlers, schließlich nur noch für seine Ware.
Die Bezeichnung Kram schützte ursprünglich die Handelsware reisender Händler. Ihre Kramware wurde als qualitativ hochwertig angesehen und als kræmel, d. h. „Geschenk“, bezeichnet, da sie nicht dem herkömmlichen Sortiment entsprach, sondern in der Regel Güter des gehobenen Bedarfs bzw. Produkte aus dem Fernhandel mit dem Orient umfasste, z. B. Seidenstoffe. Die Kramhändler genossen gesellschaftliche Wertschätzung, was sich auch in der Bezeichnung krâmermeister niederschlägt, was den Vorsteher einer Berufsinnung meint, die sich auch weiter erhalten hat.
Im späten Mittelalter wurde auch das Warenlager von Apotheken und schließlich die Apotheke selbst als krām(e) bezeichnet. Aus der Kramerei oder Krämerei bildeten sich dann die Berufsbezeichnungen und die Familiennamen Kramer und Krämer. Die Händler von Großwaren wie Holz oder Vieh – die Wörter stehen für einen Mengenbegriff – wurden dagegen als Menger bezeichnet. Ein kleines, beengtes Verkaufsgeschäft mit vielfältigem Sortiment wird, auch wenn es sich in einem Gebäude befindet, darauf bezogen oft ebenso als Kramladen bezeichnet.
Schon im frühen 14. Jahrhundert sind diese Läden als feste Einrichtung auf städtischen Märkten nachgewiesen, wie die Lübecker Straßennamen Dunkler Krambuden, Enger Krambuden und Weiter Krambuden bezeugen. Vom gesellschaftlichen Rang der Kramhändler sprechen z. B. die Krameramtsstuben in der Hamburger Neustadt.
Ungeachtet der eigentlichen Bedeutung verbreitete sich bereits im 16. Jahrhundert eine negative Konnotation von Kram. Als kramanz oder „Krämerei“ im Sinne einer Vielzahl von überflüssigen Dingen wurde nun auch das Umstandtreiben im gesellschaftlichen Sinne beschrieben, die „Umstandskrämerei“. Spätestens im 18. Jahrhundert setzte sich die moderne Bedeutung durch. Mit der weiteren Tendenz zum Fachhandel gegenüber dem Gemischtwarenhandel wurde der Kram schließlich nur noch negativ aufgefasst. Auch der Handel mit Kolonialwaren, die ursprünglich den Kram ausmachten, konnte den Begriff nicht mehr retten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kram#Bedeutung_im_Handelswesen

9. Dezember: „frech wie Oskar“

Lutz Röhrich nennt im Nachschlagewerk Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten (Freiburg 1991) diese Wendung und bemerkt, dass deren »Geschichte noch nicht geklärt« sei. Er nimmt an, dass frech wie Oskar »aus der Umgangssprache Berlins [stammt] und […] sich von dort aus weiter ausgebreitet« hat. »Es ist nicht bekannt, ob in diesem Oskar der Name einer bestimmten Person weiterlebt und wer diese war.« Vermutet wurde, dass der Theaterkritiker Oskar Blumenthal (1852 bis 1917), der scharfe, bissige, eben »freche« Kritiken veröffentlichte, Pate stand oder aber, wie Lutz Mackensen und Heinz Küpper (siehe Zitate, Redensarten, Sprichwörter, 1981, und Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache, Band 6, 1984) annahmen, der Leipziger Händler und Jahrmarktschreier Oskar Seifert. Zu Seifert teilt Küpper mit, dass er »wegen seiner derben Verkaufsweise allgemein bekannt war; sein Sohn, der 1937 starb, stand seinem gleichnamigen Vater in nichts nach.« (Notizen im Internet, dass »der Spruch frech wie Oskar« geprägt worden sei von Oskar Seifert als »einem unerschrockenen Kämpfer für den gesunden Menschenverstand«, lassen wir auf sich beruhen.)

Die Redewendung ist relativ jung; sie wird schon in der 1. Ausgabe des Richtigen Berliners (Berlin 1882) verzeichnet; das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm und das Deutsche Sprichwörterlexikon von K. F. W. Wander kennen sie noch nicht. Küppers Zeitangabe »1870 ff.« hat darum viel für sich. Es gibt zahlreiche Vergleiche mit frech wie; Röhrich nennt frech wie Dreck (oder Gassendreck), frech wie Rotz am Ärmel, frech wie ein Rohrspatz (vgl. auch schimpfen wie ein Rohrspatz). In den Dialekten gibt es noch viele andere, und wir greifen nur wenige heraus: frech wie eine Elster (Brandenburg-Berlinisch), frech wie Grind, wie Galjeholz (Südhessisch), frech wie en Kesselflecker (Rheinisch, dort noch andere).

In einigen Dialekten kommt nun auch stolz wie Oskar vor (z. B. Pfälzisch, Rheinisch) sowie dumm wie Oskar (Rheinisch, dort auch er singt wie Oskar = schlecht). Eine Übertragung – oder will man womöglich hier eine zweite oder gar dritte (und vierte) historische Person mit jenem Vornamen ausfindig machen? Das Preußische Wörterbuch (1992) kennt überdies neben frech bzw. driest [dreist] wie Oskar die Wendungen stolz wie Oskar und de glänzt wie Oskar – was unsere Vermutung stützt, dass Oskar sich nicht auf eine bestimmte Persönlichkeit bezieht, sondern als Personenbezeichnung im allgemeinen Sinne fungiert. Spielen doch oft populäre Eigennamen in festen Wendungen eine Rolle, z. B. dumme Grete, flotter Heinrich/flotter Otto, müder Heinrich, strammer Maxe, feiner Otto, großer Otto oder Quasselfritze, Bummelliese, Minna (grüne Minna), Goldmarie, Heulsuse … Und Oskar war ja im späten 19. Jahrhundert und um 1900 ein sehr verbreiteter männlicher Name – so wie er es auch heute wieder ist, ganz besonders in den östlichen Bundesländern (vgl. z. B. unsere Liste der beliebtesten Vornamen 2016).

Vgl.https://gfds.de/frech-wie-oskar/

 

8. Dezember: „in die Bresche springen“

(umgangssprachlich; in einer kritischen Situation Unterstützung geben, Beistand leisten)

Die Redewendung hat ihren Ursprung im Ritterwesen. Wenn man eine Burg erobern wollte, musste ein Loch in die Festungsmauer gebrochen werden. Dieses ist die Bresche. Da die Angreifer nach der Herstellung einer solchen Bresche in das Innere der Burg vordringen und dort überall Feuer legen konnten, galt es für die Verteidiger der Burg, ein Eindringen der Feinde zu verhindern. Ein Verschließen der Bresche mit Baumaterial war in der Kürze der Zeit nicht zu bewerkstelligen, weshalb zunächst einer der Ritter in die zu Beginn noch schmale Bresche sprang und diese wie ein Korken verschloss.

Vgl. https://de.wiktionary.org/wiki/in_die_Bresche_springen

7. Dezember: „sein Licht unter den Scheffel stellen“

Der Scheffel ist ein schaufelartiges Gefäß, das früher als Getreidemaß verwendet wurde. Ein Licht, das man unter den Scheffel stellt, ist abgeschirmt, kann also nicht sehr weit leuchten. Dieses Leuchten wird in der Redensart metaphorisch mit „sein Können / Ansehen bekannt machen“ gleichgesetzt. Die Redewendung stammt aus der Bibel (Mt 5, 14-16): „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Matthäus bezieht dieses Bild auf die guten Taten eines Menschen.

Vgl. https://www.redensarten-index.de

6. Dezember: „gebetsmühlenartig“

Eine Gebetsmühle, auch Mani-Mühle oder Mani-Rad (von tib. ma ni ‚khor lo), ist ein Rad oder eine Walze, die auf einer Papierrolle aufgedruckte Gebete oder Mantras enthält oder außen mit solchen verziert ist. Im tibetischen Buddhismus werden Gebetsmühlen gedreht, um körperliche Aktivität und geistig-spirituelle Inhalte miteinander zu verknüpfen.

Ein grundsätzliches Ziel dieser Handlung und grundlegende Methode des Vajrayana ist es, alle Aspekte der Lebenswirklichkeit, also auch einfachste körperliche Handlungen, wie das Drehen einer Gebetsmühle, in den Pfad zur Erleuchtung zu integrieren. An diese Form der spirituellen Praxis lassen sich verschiedene Stufen spiritueller Sichtweise knüpfen.

Das Drehen der Gebetsmühlen dient nach buddhistischer Überzeugung dazu, gutes Karma anzuhäufen. Eine einfache Motivation dieser Praxis ist es, bei der Drehung der Gebetsmühle den Wunsch zu hegen, dass alle in der Walze befindlichen Mantras durch die Drehung zum Wohle der fühlenden Wesen wirken, deren Leid beseitigen und ihnen Glück bringen.

Eine weiterführende Motivation dieser Praxis besteht darin, bei der Drehung der Gebetsmühle zu visualisieren (geistig zu projizieren), dass alle darin enthaltenen Mantras während des Drehens Licht zu allen fühlenden Wesen ausstrahlen, deren Leid beseitigen und schlechtes Karma auflösen.

Eine fortgeschrittene, sich der höchsten Sichtweise des Buddhismus annähernde Praxis des Drehens einer Gebetsmühle liegt darin, während des Drehens der Gebetsmühle sich darauf zu konzentrieren, dass Drehender, die Handlung des Drehens, als auch die sich drehende Gebetsmühle, samt den darin enthaltenen Mantras und Gebeten, untrennbar von einer, in ihrem Ursprung nichtdualen Natur sind.

Neben denen mit menschlicher Kraft in Bewegung gesetzten Gebetsmühlen gibt es auch solche, die mit Wind- oder Wasserkraft angetrieben werden.

Aus der Praxis des langandauernden Drehens einer Gebetsmühle leitet sich das fast immer pejorativ gebrauchte Adjektiv gebetsmühlenartig ab, welches das monotone langdauernde Wiederholen einer Sache beschreibt.

Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Gebetsm%C3%BChle