1. Dezember: „die Katze im Sack kaufen/aus dem Sack lassen“

Alle Jahre wieder… wünsche ich allen einen fröhliche Adventszeit und öffne jeden Tag ein etymologisches Türchen. Heute geht’s los mit:

1. Dezember: „die Katze im Sack kaufen“

„Bereits im Volksbuch „Till Eulenspiegel“ von 1515 wird der Schwank von der Katze im Sack erzählt, die als Hase (und damit als angeblicher Braten) verkauft wird. Da die Schwänke des Till Eulenspiegel ihre Pointe meist daraus beziehen, dass Redensarten wörtlich verstanden und befolgt werden, muss die betreffende Redensart wesentlich älter sein. Tatsächlich wird schon in den Schwänken des so genannten „Stricker“ (nach 1240) die Kurzform „etwas im Sack kaufen“ verwendet. Im Spanischen gibt es übrigens eine ähnliche Redewendung: „dar gato por liebre“ – wörtlich: eine Katze für (anstatt) einen Hasen geben – mit der Bedeutung: jemanden täuschen / betrügen / belügen.“ Vgl. https://www.redensarten-index.de

„die Katze aus dem Sack lassen“

„Die Redewendung liegt im Zusammenhang mit dem Sprichwort „die Katze im Sack kaufen“, als auf mittelalterlichen Jahrmärkten betrügerische Händler versuchten, Katzen in einem Sack versteckt als Ferkel oder Kaninchen zu verkaufen. Wird dagegen „die Katze aus dem Sack“ gelassen, ist der Betrugsversuch entlarvt und das Geheimnis gelüftet.

Eine alternative Bedeutungserklärung könnte aus der Zeit stammen, als auf Segelschiffen Seeleute wegen unbotmäßigen Verhaltens ausgepeitscht wurden. Zu diesem Zweck wurde die Peitsche, die wegen ihrer neun Riemen auch neunschwänzige Katze genannt wurde, von dem Zuchtmeister aus einem ledernen Sack geholt. Erst zu diesem Zeitpunkt verkündete der Kapitän des Schiffes, als Strafe verhängende Instanz, die Anzahl der zu erteilenden Peitschenhiebe.“

Vgl. https://de.wiktionary.org/wiki/die_Katze_aus_dem_Sack_lassen