ADVENT

24. Dezember: „Alles in Butter!“

Allen fröhliche Weihnachten und ganz wunderbar entspannte Tage!

Zur Herkunft gibt es mehrere Deutungen:

1. Wenn der Adel im Mittelalter von Hofsitz zu Hofsitz zog, musste der ganze Hausrat mit. Dazu wurden die wertvollen Porzellane und Gläser in Butter eingelassen. Kamen die Pferdekarren über die holprigen Wege am Zielort an, war die erste Frage: „Ist noch alles in Butter?“ Eine Angabe bezieht sich auf den Transport von Muranogläsern über die Alpen zu deutschen Fürstenhäusern

2. Angeblich geht diese Redensart auf einen Berliner Gastwirt zurück, der in seinem Fenster ein Schild mit dieser Aufschrift aufstellte. Gemeint ist natürlich: Hier wird alles mit Butter (und nicht mit Margarine) gekocht. Da die Butter als wertvolles Fett gilt, konnte sich die erweiterte redensartliche Bedeutung entwickeln

https://www.redensarten-index.de

23. Dezember: „Rubrik“

Rubriken sind im Verlagswesen feststehende Gliederungen in einer Tageszeitung, Wochenzeitung oder Zeitschrift, in Form eines Buches mit eigener Überschrift. Diese werden einheitlich gestaltet und haben zumeist einen festen Platz innerhalb der Publikation, was vor allem für den Leser hilfreich ist.

Das Wort Rubrik kommt über lateinisch rubrica von rubrum „rot“ und bezeichnete ursprünglich die rot geschriebene Beschreibung eines Ritus im Messbuch und anderen Liturgiebüchern der Kirche. Diese Anweisungen sagen den Liturgen, wann er ein Kreuzzeichen oder eine Kniebeuge zu vollziehen, wann er die Arme auszubreiten oder die

Davon ausgehend bezeichnete Rubrik auch Überschriften, die in roter Schrift geschrieben wurden, und die roten Anfangsbuchstaben mittelalterlicher Handschriften. Sie dienten zum Schmuck und zur Gliederung des Textes (Rubrizierung).

Später wurde der Ausdruck auch auf den Titel eines Gesetzes oder anderer Schriftstücke und die Überschrift der Abschnitte eines Buches übertragen. Sie wird unterschieden in Haupt-, Neben- und Unterrubriken.

In neuerer Zeit erweiterte sich die Bedeutung des Wortes auf den Abschnitt selbst. Daher bedeutet Rubrik heute allgemein so viel wie „Abschnitt“, „Abteilung“. Bekannt sind die Rubriken im Anzeigenteil einer Zeitung, sie werden in der Verlagsbranche auch Kollektive genannt und können sich zur Sonderbeilage ausdehnen.

Rubrik, Spiegel oder Halbschrift ist auch die mit dem Eingangsstempel des Gerichtes versehene Zweitschrift eines Schriftsatzes, die bei persönlicher Übergabe als Beleg der Einreichung beim Überreicher verbleibt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rubrik_(Pressewesen)

22. Dezember: „einen Zahn zulegen“ (ab morgen ist damit Schluss!)

Einen Zahn zulegen (auch: einen Zahn drauflegen, einen Zacken zulegen) ist eine Redewendung der deutschen Umgangssprache und bedeutet „die Geschwindigkeit steigern“.

Die Redewendung ist verwandt mit einen (großen, irren, tollen, ganz schönen) Zahn/Zacken draufhaben („sich mit sehr großer Geschwindigkeit fortbewegen“) und mit Komposita des Typs Mordszahn, Affenzahn („sehr große Geschwindigkeit“) und hat auch die verkürzten Formen zulegen, drauflegen („die Fahr- oder Marschgeschwindigkeit steigern, den Trab beschleunigen“) hervorgebracht.

In den einschlägigen Wörterbüchern wird der Zahn oder Zacken dieser Redewendungen als Zahn am Zahnkranz des Handgashebels eines Kraftfahrzeugs, vereinzelt auch als Zahn an der gezähnten Stange des Handgashebels älterer Jagdflugzeuge gedeutet.

Erstbelege sind in den Wörterbüchern nicht ausgewiesen, doch werden als Entstehungszeit für drauflegen („die Geschwindigkeit steigern“) als aus einen Zahn drauflegen entstandene Kurzform bereits die 1920er- und für Mordszahn („sehr hohe Fahrgeschwindigkeit“) bereits die 1930er-Jahre angegeben. Bei der Herleitung aus der Handgasstange älterer Jagdflugzeuge wird die Entstehungszeit auch schon im Ersten Weltkrieg angenommen. Literarisch greifbar werden sie seit den 1940er-Jahren, insbesondere mit Bezug auf Kraftfahrzeuge und Militärflugzeuge.

Populärwissenschaftliche Erklärungen sehen die Herkunft bereits im Mittelalter und leiten sie aus der mit Krallen versehenen Stange eines Kesselhakens ab, eines sogenannten Kräuels, an dem das Tieferhängen des Kessels um eine Kralle (einen Zahn oder Zacken) nach unten die Kochhitze und hierdurch mittelbar auch die Kochgeschwindigkeit erhöht. Möglicherweise existieren tatsächlich ältere Wurzeln der Redewendung: Seit dem 19. Jahrhundert belegt ist der Volksglaube, das Kommen eines Gastes kündige sich an, wenn der Kesselhaken von selbst um einen Zahn herunterfalle.

https://de.wikipedia.org/wiki/Einen_Zahn_zulegen

21. Dezember: „Kaff“

Im 19. Jahrhundert aus dem Rotwelschen entlehnt, welches seinerseits dem Romani gāw „Dorf“ entstammt (vergleiche auch verwandte indoarische Sprachen, wie Hindi गाँव (gā:v) → hi „Dorf“, Marathi गाव (gāva) → mr „Dorf“, Nepalesisch गाउँ (gāu) → ne „Dorf, ländliche Siedlung“); jedoch ist auch ein noch älteres kefar „Dorf“ im Rotwelschen bezeugt, das die Lautform wohl mitbestimmt hat; dieses wiederum entstammt westjiddisch כפר‎ (YIVO: kefar) , welches seinerseits hebräisch כָּפָר‎ (CHA: *kāfār) ‚Dorf‘ entspringt.

https://de.m.wiktionary.org/wiki/Kaff

20. Dezember: „Ruck, zuck / ruckizucki“

umgangssprachlich; Sowohl „ruck“ (verwandt mit: der Ruck) als auch „zuck“ (das Zucken) bezeichnen kurze, schnelle Bewegungen. „Zuck“ ist noch verwandt mit dem Verb zuckeln / zockeln, das eine langsame und gleichzeitig unruhige Bewegung ausdrückt (Der alte Wagen zockelte über die Landstraße), und mit zücken (das Schwert zücken = schnell aus der Scheide ziehen). Zu „ruck“ gehört noch das engl. Verb to rock (schaukeln), das dem schnellen Tanz „Rock’n’Roll“ seinen Namen gegeben hat

„Hau ruck!“

Stammt ursprünglich vom Holzfällen und bezieht sich auf das Hauen (Schlagen) der Bäume und das anschließende Rücken (Ziehen) der Bäume. Also im anfeuernden Wechselspiel HAUen und RÜCKen

„Mit einem Ruck“

Ruck“ meint zunächst in wörtlicher Bedeutung eine kurze, stoßartige Bewegung, die schnell beginnt und/oder schnell zum Stillstand kommt. In übertragener Bedeutung sind damit schnell ablaufende Ereignisse oder Handlungen gemeint, die auch innere Gefühlsregungen wie Überwindung umfassen können. Die genannten Redewendungen werden auch gebraucht, wenn mehrere Ereignisse gleichzeitig geschehen oder mit einer einzelnen Maßnahme mehrere Dinge gleichzeitig erledigt werden. Die wörtliche Bedeutung kann dabei noch in unterschiedlicher Intensität erhalten sein.

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19. Dezember: „mit offenem Visier kämpfen“

Die Redewendung bezieht sich auf das Visier als Teil des mittelalterlichen Ritterhelmes, ist jedoch später entstanden. Von lat. videre (sehen) leiten sich romanische Begriffe ab (etwa franz. visière), die früh in der Form „Visier“ in die deutsche Turnier- und Rittersprache entlehnt werden und die eiserne Gesichtsmaske des Kämpfers bezeichnen. Noch heute ist das Visier der das Gesicht bedeckende Teil des Helms (kann aber auch die Zielvorrichtung von Handfeuerwaffen bezeichnen, was sich ebenfalls redensartlich niedergeschlagen hat, „ins Visier geraten“). Das geschlossene Visier ist das Sinnbild des Sich-Verbergens, entweder aus Angst oder aber, weil man sich erst später zu erkennen geben will. Die Verwendung in übertragenen Sinn ist erst seit 1796 schriftlich belegt: „Wir, meine Freunde, (…) wollen (…) von unsern Freunden und Feinden und von jedem lernen, der Gründe gibt und mit offnem Visier redet“ (Johann Gottfried Herder: Briefe zur Beförderung der Humanität, 8/105).

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18. Dezember: „Bonze“

Der umgangssprachliche, abwertende Ausdruck Bonze wird als Fremdbezeichnung für reiche oder einflussreiche Personen in Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik verwendet, zum Beispiel für Geschäftsführer großer Unternehmen oder Funktionäre von Parteien (vgl. „Parteibonzen“).

Der Ausdruck „Bonze“ bezeichnete ursprünglich einen buddhistischen Mönch oder Priester und stammt aus dem Japanischen. Die Entlehnungsabfolge ist französisch bonze < portugiesisch bonzo < japanisch bōzu (jap. 坊主) oder bonsō (凡僧). Als bonzii findet es sich 1552 bei Francisco de Xavier und als bonze 1688 in Gabriel de Magalhães’ Nouvelle relation de la Chine

Etwa seit Christoph Martin Wieland 1767 wurden mit dem Ausdruck bigotte Priester gescholten. Diese Bedeutung findet sich etwa in Schillers Gedicht „Der Venuswagen“ in dem Vers Die ihr in das Eis der Bonzenträne / Eures Herzens geile Flammen mummt, / Pharisäer mit der Janusmiene! / Tretet näher – und verstummt.

Laut Adolf Josef Storfer bekam das Wort im 19. Jahrhundert dann im Deutschen eine weltliche Bedeutung und wurde auf Staatsmänner, Vorgesetzte und Inhaber von hohen Ämtern angewendet. Um 1890 wurde es außerdem innerhalb der Arbeiterbewegung zu einer spöttischen Bezeichnung für die sozialdemokratischen Inhaber von staatlichen oder kommunalen Ämtern sowie für Gewerkschaftsfunktionäre.

In derselben Verwendung zur Schmähung von korrupten Parteifunktionären wurde es auch von linken Intellektuellen benutzt, z.B. von Kurt Tucholsky 1923 in seinem Gedicht „An einen Bonzen“. Ein weiteres Beispiel ist der Roman „Bauern, Bonzen und Bomben“ von Hans Fallada. Innerhalb der politischen Linken findet die Bezeichnung bis heute Verwendung.

Die Verwendung des Begriffs kulminierte in Deutschland insbesondere unter den Nationalsozialisten, bei denen sich das Wort in fast allen Schriften findet und dabei teilweise auch um eine antisemitische Komponente ergänzt wurde. Auch die Weimarer Republik als solche wurde von ihnen als Bonzokratie – „Korruptionsstaat“ – bezeichnet. Nach der Gleichschaltung 1933 nahm die Verwendung jedoch ab.

Heute wird das Wort „Bonze“ oft für einen Menschen benutzt, der viel Geld hat und es auch zeigt, zum Beispiel durch Statussymbole wie Pelz, teure Autos oder andere Luxusartikel. In der modernen Jugendsprache wird der Ausdruck als Beschimpfung für eine Person verwendet, die Markenprodukte und Statussymbole bevorzugt, sie gerne zur Schau stellt und mit Wertsachen oder Geld protzt; sie soll ausdrücken, dass jemand für „reich, verwöhnt und hochnäsig“ gehalten wird.

In der Punkszene ist „Bonze“ ein abfälliges Schimpfwort für die sozialen Schichten, die über der „Mittelschicht“ stehen. Oft wird der Begriff dort auch für Leute gebraucht, die sich etwas feiner und modischer kleiden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bonze

17. Dezember: „keinen Zacken aus der Krone brechen“

Diese Redewendung bezieht sich auf die Kronen des Adels: Je mehr Zacken die Krone aufwies, desto höher war der Rang ihres Besitzers. „Eine Zacke aus der Krone brechen“ bedeutet also in diesem Sinne eine Degradierung. Die Redewendung ist allerdings erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts geläufig.

„Dir wird schon keine Perle Zacke / kein Stein / Zacken aus der Krone fallen“

Diese Redensart geht auf den Brautkranz zurück, der häufig aus einer Perlenkrone bestand. Wenn aus letzterer sich eine der Perlen löste, so galt das als schlechtes Vorzeichen für die Ehe. In Sachsen und Thüringen entstand die Redensart „da wird dir nicht gleich eine Perle aus der Krone fallen“ zur Beruhigung von Mädchen, die eine Zumutung als zu weit gehend oder allgemein etwas als unangemessen empfanden. Dieser Gebrauch hat sich dann verallgemeinert.

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16. Dezember: „Donnerlittchen“

Von Donnerwetter n. ‘Wetter mit Blitz und Donner’ (15. Jh., in Fluch und Verwünschung, 17. Jh.), auch ‘Krach, heftige Vorwürfe’ (17. Jh.). Abgeschwächt Donner-, Dunnerlittchen Interj. nordd. Ausruf des Erstaunens (19. Jh.) https://www.dwds.de/wb/Donnerlittchen

Stellen wir uns einen distinguierten Herrn vor, der mit dem Knickerbocker tragenden Filius in den Zirkus geht, wo Anton, der stärkste Mann der Welt auftritt. Stellen wir uns nun vor, wie besagter Anton eine 100 Kilogramm schwere Hantel nur mit dem kleinen Finger hochhebt. Wo heutzutage ein junger Mensch vor Bewunderung »Wie geil ist das denn!?« ausrufen würde (wahlweise auch »Wie krass ist das denn!?«) oder schlicht »Hammer!«, da wäre früher vielleicht der Ausdruck »Donnerlittchen!« gefallen.
Der Duden kennt auch die Form »Donnerlüttchen« und führt den Bestandteil »-littchen/-lüttchen« auf das ostpreußische Wort »Lichting« für »Blitz« zurück. Laut dem Etymologischen Wörterbuch der Deutschen Sprache kann »-littchen« auch »Lichtchen« bedeuten.

https://www.bo.de/nachrichten/nachrichten-regional/vergessene-woerter-donnerlittchen