16. Dezember: „Donnerlittchen“

Von Donnerwetter n. ‘Wetter mit Blitz und Donner’ (15. Jh., in Fluch und Verwünschung, 17. Jh.), auch ‘Krach, heftige Vorwürfe’ (17. Jh.). Abgeschwächt Donner-, Dunnerlittchen Interj. nordd. Ausruf des Erstaunens (19. Jh.) https://www.dwds.de/wb/Donnerlittchen

Stellen wir uns einen distinguierten Herrn vor, der mit dem Knickerbocker tragenden Filius in den Zirkus geht, wo Anton, der stärkste Mann der Welt auftritt. Stellen wir uns nun vor, wie besagter Anton eine 100 Kilogramm schwere Hantel nur mit dem kleinen Finger hochhebt. Wo heutzutage ein junger Mensch vor Bewunderung »Wie geil ist das denn!?« ausrufen würde (wahlweise auch »Wie krass ist das denn!?«) oder schlicht »Hammer!«, da wäre früher vielleicht der Ausdruck »Donnerlittchen!« gefallen.
Der Duden kennt auch die Form »Donnerlüttchen« und führt den Bestandteil »-littchen/-lüttchen« auf das ostpreußische Wort »Lichting« für »Blitz« zurück. Laut dem Etymologischen Wörterbuch der Deutschen Sprache kann »-littchen« auch »Lichtchen« bedeuten.

https://www.bo.de/nachrichten/nachrichten-regional/vergessene-woerter-donnerlittchen