Etymologischer Adventskalender 2015

24. Dezember: „Labsal“

Labsal ist in der Schifffahrt ein Anstrichmittel, das ursprünglich aus Holzteer, Teerfirnis und Terpentinspiritus in einem Verhältnis von 8:4:1 bestand. […] Das seemännische „Labsal“ leitet sich vom Verb „labsalen“ oder „labsalben“ her, nicht vom im Deutschen auch als „Labung“ bekannten Synonym für „Wohltat, Erquickung, Erholung“. Mehr

23. Dezember: „gelackmeiert“

Der „Gelackmeierte“ besteht aus zwei Komponenten, die beide dasselbe bedeuten: „Meier“ (von lat. major = der oberste Vorsteher) waren im Karolingerreich die Gutsverwalter einer Grundherrschaft. Daraus erwuchs eine politische Führungsrolle (Hausmeier = major domus regiae). Mehr

22. Dezember: „Streich“

Der Streich (auch Schabernack, Jokus und Ulk) ist eine mutwillige, listige oder hinterlistige Handlung gegen andere, die keine schwerwiegenden rechtlichen Folgen hat. Das Substantiv Streich bedeutete zunächst – und bis heute – auch „Schlag, Hieb“ (vgl. engl. to strike) und fand seit dem 15. Jahrhundert häufige Verwendung in der Zusammensetzung Backenstreich. Mehr

21. Dezember: „Schlendrian“

Etymologisch leitet sich der erste Teil des Wortes vom Niederländischen slenteren (sehr langsam rumlaufen) ab, das im Deutschen zur Bezeichnung eines gemächlichen, ziellosen Gehens wurde. Der zweite Wortbestandteil „ian“ entstammt vielleicht dem frühneuhochdeutschen „jan“ (Arbeitsgang). Mehr

20. Dezember: „Garaus“

Der Ausdruck Garaus entstand aus dem Ruf „gar aus!“ (vollständig aus!), der im 15. Jahrhundert in Süddeutschland die Polizeistunde ankündigte. Später erhielt der Begriff allgemein die Bedeutung Ende. Mehr

19. Dezember: „Kinkerlitzchen“

Kinkerlitzchen (von frz. la quincaillerie, veraltet auch quinquaillerie, seltener quincaille „Eisen- und Kurzwaren, Eisen- und Werkzeughandel“) ist im Volksmund die Bezeichnung für ein wertloses Schmuckstück. In der Umgangssprache wird Kinkerlitzchen allgemein für ein Produkt oder eine Sache verwendet, die als albern, nichtig, unnötig oder sogar unsinnig abgewertet werden soll. Mehr

18. Dezember: „Heinzelmännchen“

Die Heinzelmännchen waren der Sage nach Kölner Hausgeister. Sie verrichteten nachts, wenn die Bürger schliefen, deren Arbeit. Da sie dabei jedoch beobachtet wurden, verschwanden sie für immer. Mehr

 17. Dezember: „Chauvinismus“

Chauvinismus [ʃovi’nɪsmʊs] ist der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe. Chauvinismus im ursprünglichen Sinn ist ein häufig aggressiver Nationalismus, bei dem sich Angehörige einer Nation aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu dieser gegenüber Menschen anderer Nationen überlegen fühlen und sie abwerten. Das Wort leitet sich vom Namen des legendären, übertrieben patriotischen Rekruten Nicolas Chauvin her, der in der Armee von Napoléon Bonaparte gedient haben soll und 17-mal verwundet worden sei. Mehr

16. Dezember: „Quatsch mit Sauce!

Seit wann genau die Redewendung in Gebrauch ist, darüber gibt es widersprüchliche Angaben: Einerseits soll sie seit dem späten 19. Jahrhundert bezeugt sein; andererseits sei sie erst im 20. Jahrhundert aufgekommen. Die redensartliche Wendung könnte von der Ankündigung auf der Speisekarte »Pudding mit Tunke« herrühren. Mehr

15. Dezember: „poltern

„poltern“
[1] ‘ein dumpfes krachendes Geräusch hervorbringen oder verursachen, holpern, rumpeln’, frühnhd. buldern, boldern, bulderen, poldern (15. Jh.), poltern (16. Jh.), mnd. bolderen, bulderen, nl. bulderen, älter bolderen ‘poltern, toben, tosen’, schwed. bullra, dän. buldre ‘lärmen, rumoren’ stehen als Bildungen mit Dental neben mhd. boln ‘rufen, schreien, blöken’, frühnhd. bollen, bollern, nhd. bullern ‘lärmen’ und lassen sich mit diesen als Schallwörter an die unter bellen (s. d.) angegebene lautnachahmende Wurzel ie. *bhel- ‘schallen, reden, brüllen, bellen’ anschließen. Mehr

[2] Poltern ist eine Störung des Redeflusses bzw. eine Sprechstörung. […] Das Sprechen ist schwer verständlich durch Unregelmäßigkeiten und gestörten Sprechrhythmus, die Anläufe sind ruckhaft und schnell, das Satzmuster kann oft fehlerhaft sein. Neben dem überhasteten Sprechen sind Lautverschmelzungen (Elisionen) typisch, z. B. „Hatür“ statt „Haustür“. Mehr

14. Dezember: „Zipperlein

a) althochdeutsch für Zittern
b) für Trippelschritte
c) gekrümmter Zeh im Volksmund
d) verniedlichend für Verschluss

Das Zipperlein beschreibt den Trippelschritt von manchen Gichtkranken.
„Der Dicke aber – ‚Autsch! mein Bein!‘ – hat wieder heut das Zipperlein!“, so dichtete Wilhelm Busch in seinem „Neidischen Handwerksburschen“ von 1867 und deutete dabei in seinem Werk bereits an, dass es sich um eine schmerzhafte Krankheit handelt und was ihr zugrunde liegen könnte. Mehr

13. Dezember: „Bärendienst

 Ein Bärendienst ist eine Handlung für jemanden/etwas, die in guter Absicht erfolgt und (trotzdem) schlechte Folgen für die Person/die Sache hat. Die zugehörige Redensart „jemandem/etwas einen Bärendienst erweisen“ dürfte eine ältere ost-, nord- und mitteleuropäische Metapher sein, weil der Bär bereits im Mittelalter als unzähmbar galt, sodass er als Arbeitstier untauglich schien. Mehr

12. Dezember: „Alter Schwede

Die Redensart war schon Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges ließ Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg bewährte und erfahrene schwedische Soldaten für sein Heer als Ausbilder anwerben. Weil sie sich besonders gut auf den Drill verstanden, wurden sie meist als Unteroffiziere eingesetzt. Mehr

11. Dezember: „Beckmesser“

Sixtus Beckmesser ist eine Figur aus der Wagner-Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ (1868). Der Name ist angelehnt an Sixt Beckmesser, einen der zwölf Alten Meister der Nürnberger Meistersinger. Beckmesser wird als ein besonders kleinlicher Kunstrichter dargestellt, der beim Vorsingen um die Teilnahme am Sängerwettstreit seinem Konkurrenten Stolzing eine Unmenge auf pedantischer Auslegung des Regelwerks beruhende Regelverstöße ankreidet, die mit dem Vortrag an sich gar nichts zu tun haben.  Mehr

10. Dezember: „Gammler

Gammler war eine abwertende Bezeichnung für jugendliche Normabweichler, die sowohl in der alten Bundesrepublik als auch in der DDR und Österreich verwendet wurde. Die so etikettierten trugen meist lange Haare und waren mit Jeans und Parka bekleidet. Mehr

9. Dezember: „Broiler“

(speziell im amerik. Engl. to broil braten, grillen) war eine insbesondere in der DDR und in der englischsprachigen Welt übliche Bezeichnung für Brathähnchen oder Brathuhn, die auch heute besonders in Ostdeutschland noch häufig verwendet wird. Der Begriff ist angloamerikanischen Ursprungs und leitet sich vom mittelfranzösischen bruiller (franz.: brûler = „brennen“) ab. Mehr

8. Dezember: „Aus dem Effeff“

ff steht für „folgende Seiten“: Wer etwas „aus dem Effeff“ (ff.) kann, beherrscht nach dieser Erklärung nicht nur einen Einzelaspekt, sondern auch alle folgenden „Seiten“ des Themas. Kaufleute bezeichnen seit dem 17. Jahrhundert feine Waren mit f (fino), ff steht dabei für sehr fein (finissimo). Analoges bedeutet FF bei Lebensmitteln. Wenn man also etwas aus dem Effeff beherrscht, kann man es sehr fein. Mehr

7. Dezember: „Tschüß“

Spanisch oder Portugiesisch: Norddeutschland, insbesondere Hamburg und Bremen, hatte seit der Hansezeit intensive Handelskontakte mit den Niederlanden, Portugal und Spanien. Nach diesem Modell stammt das Wort Tschüs ursprünglich aus dem Spanischen (adiós) bzw. dem Portugiesischen (adeus), wurde in den damals spanischen Niederlanden zu atjüs und drang von dort aus in den niederdeutschen Sprachraum ein. Mehr

5. Dezember: „Da beißt die Maus keinen Faden ab“

Am häufigsten findet sich ein Bezug zur Fabel „Der Löwe und das Mäuschen“. Dort rettet die Maus einen in einem Netz gefangenen Löwen, indem sie das Netz durchbeißt. Mehr

4. Dezember: „wie Schuppen von den Augen fallen“

„Schuppe“ ist eine Ableitung von „schaben“ und meint im Grunde: dasjenige, was vom Fisch abgeschabt wird, bevor man ihn kochtDer Redensart liegt die mittelalterliche Vorstellung zugrunde, dass der „Star“ (Blindheit) von Schuppen herrührt, die das Auge verdecken und die man durchstechen kann (siehe auch „jemandem den Star stechen“). Mehr

3. Dezember: „Bis in die Puppen“

Diese Redensart ist in Berlin entstanden und bezieht sich auf den so genannten Großen Stern, einen Platz im Berliner Tiergarten. Dieser wurde im 18. Jahrhundert mit Statuen antiker Götter geschmückt, die im Volksmund „Puppen“ genannt wurden. Mehr

2. Dezember: „Sperenzchen“

Sperenzien (Diminutiv: Sperenzchen) ist ein umgangssprachlicher Begriff für Argumente oder Handlungen, mit denen jemand eine Verzögerung oder Behinderung eines Vorhabens verursacht in der Hoffnung (lateinisch sperantia), das Vorhaben zu verhindern. Synonyme u.a.: Fisimatenten, Faxen, Mätzchen, Scherereien, Spompanaden, Zicken, usw. Mehr

1. Dezember: „Kein Blatt vor den Mund nehmen“

Diese Redewendung entwickelte sich aus dem Theaterwesen. Früher ging es in den Komödien im Theater recht schonungslos zu – selbst hohe Staatsmänner und Politiker wurden gern auf die Schippe genommen und auch kritisiert. Mehr